CSS-Hacks – Abmahnungen und Strafen für Webdesigner?
1. April 2008 von Thomas SchwenkeIch weiß, der Titel dieses Artikels klingt so unglaublich, wie die letzte Ansage von Microsoft sich künftig an Webstandards zu halten. Aber unglaublich heißt im Onlinerecht schon lange nicht mehr unmöglich. Oder hätte jemand früher gedacht, dass Brötchen als Motiv solch saftige Abmahngebühren nach sich ziehen könnte? Ähnlich ist es bei den CSS-Hacks.

Was CSS-Hacks sind
Für die, die mit CSS-Hacks nicht viel anfangen können: CSS ist eine Sprache mit der die Darstellung von Websites beeinflusst wird. Z.B. kann mit color:red eine Textpassage rot eingefärbt werden. Nun gibt es Browser, vor allem den Internet Explorer 6 von Microsoft, die CSS einfach falsch verstehen. Das passierte, weil die Browserprogrammierer sich an einigen Stellen nicht an die Regeln dieser Sprache gehalten haben. Wenn ein Webdesigner eine Website entwickelt, dann will sein Kunde, dass diese immer gleich aussieht. Egal ob sie auf dem Firefox 3 oder dem Internet Explorer 6 dargestellt wird. Wenn aber ein Browser den CSS-Code der Seite falsch interpretiert, muss getrickst werden. Es werden z.B. CSS-Code-Zeilen eingefügt, die nur ein bestimmter Browser verstehen kann. Diese Zeilen nennt man CSS-Hacks.
Änderung der Rechtslage
Vor allem Dank der individuellen Kreativität des redmodschen Browserherstellers verbrachte manch ein Webgestalter mehr Zeit mit den CSS-Hacks als mit der übrigen Seitengestaltung. Nun gibt es aber seit letztem Jahr zwar Änderungen im Strafgesetzbuch (z.B. Hackerparagraph), aber soviel (überdrehte) Phantasie, die man braucht um dies auch auf CSS-Hacks zu beziehen, hatte ich nicht.
Und als David Maciejewski (Webkrauts, Technikwürze) bei bei mir nachfragte, ob diese Vorschrift Webdesigner betreffen könnte, habe ich zuerst gelacht. Doch heute ist mir klar, dass ich paar Tage zu früh gelacht habe!
Aber keine Sorge, das Lachen ist wieder erlaubt. Warum, das zeige ich in diesem Artikel.
Strafbarkeit nach §§ 202a, 202c, 303a, 303b Strafgesetzbuch
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